Spaziergang über die Insel Mainau

Die Insel Mainau können wir wohl fast unser zweites Zuhause nennen. Seit mehr als vier Jahren freuen wir uns jede Saison darauf, unsere neue Jahreskarte zu kaufen und dieses Kleinod im Bodensee genießen zu dürfen.

 

Zunächst ein paar allgemeine Fakten über die Mainau, bevor wir Euch von unserem Samstagsausflug im Sommer berichten: Die sogenannte Blumeninsel hat ganzjährig geöffnet und zwar von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Neben jährlich wechselnden Mottos, an denen die Bepflanzung der gesamten Insel Mainau ausgerichtet ist, sind zum Beispiel die Orchideen-Schau, die Wahl der Rosenkönigin oder die Dahlienwahl feste Highlights im Blumenjahr. Mit ungefähr 45 Hektar Fläche ist die Mainau die drittgrößte Insel im Bodensee und ist entweder über eine Brücke vom südlichen Ufer des Überlinger-Sees zu erreichen oder über Kurs- und Ausflugsschiffe der Weißen Flotte.

 

Die Insel Mainau und Schweden haben eine enge Verbindung. Nicht nur durch die Besetzung schwedischer Truppen im dreißigjährigen Krieg, sondern auch die im 20. Jahrhundert folgenden Erben. So vermacht Viktoria, Königin von Schweden – die das Eiland von Großherzog Friedrich I. erhielt – 1923 ihrem Sohn Lennart die Insel Mainau, der sich nach der Hochzeit mit seiner bürgerlichen Ehefrau Karin hier häuslich niederließ.

Zunächst führt einen der Weg auf die Insel Mainau durch eine dichtgesäumte Allee, die auf eine Brücke lenkt. Hier kann man zunächst das ‚Schwedenkreuz‘ betrachten, welches der Legende nach im seichten Ufer des Überlinger-Sees von den schwedischen Truppen zurück gelassen wurde. Außerdem eröffnet sich ein wunderbarer Blick. Zur Rechten erscheint der Obersee mit den Städten Konstanz und Meersburg, dem stetigen Fährverkehr und mit ein wenig Glück lassen sich auch die Alpen blicken. Wendet man den Blick nach links, entdeckt man das kleine Örtchen Litzelstetten, sowie das gegenüberliegende Ufer mit der Stadt Überlingen.

Überquert man die Brücke so führt einen der Weg direkt auf das Maskottchen der Insel Mainau zu: Blumi. Wenn sie nicht gerade als plüschiges Blumentierchen über die Mainau läuft, so ist sie im Eingangsbereich als bepflanztes Fotomotiv zu sehen. Ab hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, über welche Wege man die Insel erkunden will. Wir halten uns links von den Rothaus-Seeterrassen und laufen über die Metasequoia-Allee. Der erste dieser Bäume, die auch Chinesisches Rotholz genannt werden, wurde um 1950 auf der Mainau eingepflanzt und seitdem wurde aus einem 30cm hohen Steckling ein wahrhaftiger Gigant, der 51 weitere Bäume mit sich brachte.

Nach einigen Metern biegen wir links zum Goldfisch-Teich und dem ‚Garten für alle‘ ab, um über das Café Vergissmeinnicht und den Küchengarten zum Schmetterlingshaus zu gelangen. Schon allein das Gebäude, das die Form eines Schmetterlings besitzt, macht Lust die bunten Falter in tropischer Umgebung zu besuchen. Durch eine Röhre, die einer Raupe nachempfunden ist, tauchen die Besucher in eine andere Welt ein. Neben ungefähr 120 verschiedenen Schmetterlingsarten aus Afrika, Asien, Mittel-und Südamerika, genießt man bei 25 – 30 Grad und einer Luftfeucht von 90% Tropenfeeling. Künstliche Wasserfälle, Teiche mit Schildkröten und hölzerne Brücken machen die Atmosphäre perfekt.


Nach diesem Ausflug in eine andere Welt schlagen wir den Weg Richtung Schloss ein, biegen aber kurz vor den Mammutbäumen rechts ab und laufen über die Großherzog-Friedrich-Terrasse auf den Schwedenturm und den angrenzenden Wein-Erlebnispfad zu. Das hinter dem Turm liegende Feld ist weltbekannt für die enorme Tulpenblüte im Frühling. Weiter die Frühlingsstraße entlang kommt man auf die Brunnenarena zu. An heißen Tagen empfehlen wir ein kleines Handtuch mitzunehmen – so kann man die geschundenen Füße in das kalte Wasser des Brunnens halten, das Panorama genießen und sich danach abtrocknen.

Da wir natürlich unbedingt noch das Schloss sehen wollen, halten wir uns von der Brunnenarena links und laufen in Richtung Arboretum. Diese Baumsammlung, die von Großherzog Friedrich ins Leben gerufen wurde, umfasst mittlerweile fast 250 Baumarten aller Kontinente.

Am Schloss angekommen, zieht es uns in die kleine Kirche, die ein wunderschönes Deckengemälde besitzt. Dieser marianische Bilderzyklus aus dem Jahr 1737 zeigt in der ovalen Flachkuppel verschiedene Szenarien aus dem Leben Mariens. Das Hauptmotiv, um das sich die Verkündigung, ihr Besuch bei Elisabeth, die Geburt Christi und die Aufopferung ranken, ist die Auffahrt Mariens in den Himmel. Bei diesem Anblick ist es kein Wunder, dass in der Schlosskirche sogar Filmhochzeiten gedreht werden (beispielsweise für die Schwarzwaldklinik :) ).

Da unser Ausflug Ende Juni stattfindet, sind wir genau rechtzeitig zu der Wahl der Rosenkönigin auf der Insel Mainau. Daher zögern wir nicht lange und laufen zum italienischen Rosengarten. 1000 Sorten aus Strauch-, Wild- und Beetrosen stehen hier zu Wahl. Neben diesem großartigen Ereignis winken den Wahlteilnehmern auch attraktive Preise. Wer mitmachen möchte, sollte am besten an einen eigenen Stift denken, da die Stifte der Mainau an den Wahlurnen oft auf mysteriöse Weise verschwinden.

Vom Rosengarten laufen wir vor an die italienische Blumen-Wassertreppe und beginnen den Abstieg, um einen kurzen Abstecher an den Biergarten am Hafen zu machen. Nach dieser kurzen Pause laufen wir zurück in Richtung Blumen-Wassertreppe und kommen an der Blumenuhr nach Linné vorbei. In direkter Nähe zum Rhododendron-Hang ist dieser florale Zeitmesser 2008 entstanden. Das Entstehung der Blumenuhr werden anschaulich auf Tafeln erklärt und das Prinzip ist ganz einfach: die Blume, die blüht, gibt die Zeit an. Mit dieser Zeitansage gehen wir schnell mal weiter, denn es ist schon etwas spät und wir wollen unbedingt noch zum Mainau-Bauernhof, bevor die Tiere in den Stall müssen. Auf dem Weg dorthin kommen wir an den Staudengärten und einem großen Teich mit Liegewiese vorbei – da wollen wir uns mal näher umgucken. Warum? Man entdeckt rings um den Teich kleine und große Holzschnitzereien und dazu die großen Pflanzenfiguren „Zusammen im Garten“ des niederländischen Künstlers Sjer Jacobs.

Aber nun geht es weiter am Seeufer entlang zu dem Bauernhof der Insel Mainau. Neben Ziegen, die gefüttert werden dürfen, leben hier Alpakas, Ponys, Hasen, Hühner, Esel und Katzen. Vor allem der Zuwachs der Ponys hat uns dieses Mal total begeistert.

Langsam neigt sich unser Mainau-Ausflug dem Ende entgegen – aber natürlich nicht ohne die Blumenfigur in der Nähe des Abenteuerspielplatzes anzuschauen. Der bepflanzte Pfau und die Enten sind einfach immer wunderschön begrünt und trotzdem sagt man jedes Jahr: Also dieses Jahr ist am schönsten. :)

 

Unser genereller Tipp für die Insel-Mainau wäre, bei mehr als 2 Besuchen pro Jahr, der Kauf einer Jahreskarte. Zum einen spart man schon beim dritten Besuch der Insel bares Geld, zum anderen kann man ganz galant längere Schlangen an den Ticketschaltern umgehen. Außerdem kostet das Parken für Jahreskartenbesitzer nur 1,00 € statt 5,00€. Wer sich nicht scheut, ein paar Meter zur Insel Mainau zu laufen, kann auch für nur 1,50€ den ganzen Tag an der Universität parken. Der Fußweg von dort beträgt ca. 25min.



Zeit:

02h20min


Höhenmeter:

31m


Fitnesslevel:

2/5


Strecke:

5,80km


Untergrund:

Schotter, einige Stufen, Asphalt